| Bauherr | Eberhardt Immobilien-Verwaltung II GbR |
| BGF | 9.516 m² |
| BRI | 29.325 m³ |
| HOAI | Architektur Leistungsphase 1-5 |
| Freianlagen | silands Gresz + Kaiser Landschaftsarchitekten PartG mbB |
| Projektteam | Amelie Virag / Anja Groschupp |
| Natalie Otto / Lars Plugge | |
| Wettbewerb | 1. Preis |
| Visualisierung | Moritz Mayer |
Im Wohnquartier Am Weinberg auf dem Oberen Eselsberg in Ulm entstanden zentral gelegene Mietwohnungen, ergänzt durch verschiedene öffentliche Nutzungen. Architektonisch greift das Gebäude das Entwurfsthema „Harte Schale – weicher Kern“ auf.
Zu den Straßenräumen prägt ein gewaschener Kalk-Weißzementputz mit Kellenschlag die Fassade. Der Putz überzeugt ohne zusätzlichen Anstrich durch seine natürliche Farbgebung und erzeugt mit seiner charakteristischen Struktur ein lebendiges Erscheinungsbild. Im Kontrast dazu stehen die holzverkleideten Erker und Loggien, die sich an die Fassade anfügen oder tief in den Baukörper hineinziehen. So wird die harte Schale aufgelockert und erhält eine dynamische, aus jedem Blickwinkel unterschiedlich erfahrbare Erscheinung.
Zum Innenhof umhüllt eine vertikale Holzverkleidung den geschützten Wohnhof. Das weiche Material verstärkt den behaglichen Nestcharakter und trägt zu einer angenehmen Akustik bei. Zusammen mit den umlaufenden, auskragenden Betonfertigteilen übernimmt die Fassade mehrere Funktionen: Die Auskragungen sorgen für eine konstruktive Verschattung der dahinterliegenden Wohnräume, während die horizontalen Elemente zugleich als Brandsperren zwischen den Geschossen und als Flächen für die Fassadenbegrünung dienen. Ergänzende Elemente wie Balkone und Anbauten in Betonoptik bringen Bewegung in die Ansicht, reagieren auf die Nutzung der Innenräume und tragen zur hohen Wohnqualität bei.
Die Idee eines durchgrünten Stadtbausteins setzt sich auch in den Freiräumen fort. Verschiedene Spielplätze, Sitzschollen und Baumhügel bilden gemeinsam mit den privaten Freiräumen eine vielfältige Begrünung auf der Ebene. Über Pflanzbänder und Rankhilfen werden die Pflanzen als prägende Elemente von Architektur und Ökologie auch in die Vertikale geführt. Die partielle Fassadenbegrünung schafft ein angenehmes Mikroklima und bietet zusätzlichen Sonnen- und Sichtschutz.