Sanierung eines denkmalgeschützten Patrizierhauses Dreiköniggasse

Bauherr Privat
BGF 755 m²
BRI 2.251 m³
HOAI Architektur Leistungsphase 1-9
Projektteam Matthias Maier / Saskia Kamrad
  Steffen Moik / Natalie Otto

Das Gebäude in der Dreiköniggasse Ecke Platzgasse liegt zentral in der Altstadt Ulms. Es wurde 1844 über bestehenden Gewölbekellern dreigeschossig mit massivem EG und 1.OG sowie einem zweiten OG aus Fachwerk errichtet. Das historische Gebäude zeichnet sich aus durch seine gegliederte Fassade mit umlaufendem horizontalem Gesims und teils noch erhaltenen Kreuzstöcken an den Fenstern der Obergeschosse. Seit jeher als „Beckenhaus“ bezeichnet, wurde das Gebäude seit dem 17. Jahrhundert von Bäcker zu Bäcker weitergeben. Während im Erdgeschoss durch viele Veränderungen die bauzeitliche Struktur nur noch in Ansätzen ablesbar blieb, handelt es sich in den Obergeschossen noch in weiten Teilen um die bauzeitlichen Grundrisse.
Auch heute führt sich die Nutzung als Bäckerhaus fort, so gliedert sich das Erdgeschoss nach der Sanierung in einen Bäckereiverkauf mit angrenzendem Sitzbereich. In den oberen Geschossen entstehen Mietwohnungen. Mit sensiblen Eingriffen wird die historische Struktur des Gebäudes erhalten und wiederhergestellt. Das, durch die Umbauten der letzten Jahrzehnte in Mitleidenschaft geratenen Tragwerk, wird ertüchtigt. Die vorhandenen Materialien, die der Bestand vorgibt, werden aufgearbeitet und behutsam ergänzt. So bildet ein Fries des teils neu eingebrachten, teils noch erhaltenen Terrazzo die ursprüngliche Raumstruktur ab. In den Obergeschossen zeugen gestaltete Decken mit Stuck oder Kassetten sowie erhaltene Holzböden von der ehemaligen Aufteilung innerhalb der Wohnungen, die repräsentativen Räume wurden 1844 zur Gasse hin eingerichtet. Auch heute finden sich hier die Wohn- und Esszimmer mit Orientierung zur Dreikönig- und Platzgasse wieder.

Sanierung eines denkmalgeschützten Patrizierhauses Dreiköniggasse in Ulm